Bed and Breakfast Sardinien: Die Insel

Sardinien: Geschichte

„Sardinien fast ein Kontinent“ war der Titel eines Buches der 60er Jahre. Vielleicht gibt es keine bessere Definition, um die Merkmale dieser schönen und einzigartigen Insel zusammenzufassen.

Um den Ursprung der Geschichte Sardiniens zurückzuverfolgen, ist es notwendig, einen Sprung von Tausenden von Jahren in die Vergangenheit zu machen. Es wird angenommen, dass die ersten Bewohner, die sich auf der Insel niederließen, vor zwischen 450.000 und 150.000 Jahren über eine Landzunge von der Toskana auf die Insel Korsika, die zu dieser Zeit noch mit Sardinien verbunden, auf die Insel gelangt sind.
Es gibt auf der Insel zahlreiche Zeugnisse der verschiedenen vorgeschichtlichen Kulturen wie Dolme, Menhir, Domus de Janas, Riesengräber, Templi a Pozzo (Brunnenheiligtümer). Um 1700 v. Chr. Begann die Nuraghenkultur.

Der Name dieser Krieger - und Hirtenbevölkerung stammt von den großen konischen (halbkegelförmigen) Steintürmen, die dieses Volk auf der ganzen Insel errichteten. Nach heutiger Schätzung wurden in Sardinien etwa 7000 Nuraghen und nuraghische Siedlungen mit verschieden komplexer Form gebaut. Die Funktion ist bis heute ungeklärt und Archäologen erörtern zu dem Thema noch die Frage, ob sie für militärische, religiöse oder zivile Zwecke bestimmt gewesen seien. Eines steht fest, sie sind zweifellos die größten, bedeutendsten und am besten erhaltenen Megalithen Europas.

Im Jahr 1997 hat die UNESCO die Nuraghen und die Nuraghenkultur als Welterbe der Menschheit anerkannt. Zu den wichtigsten und am besten erhaltenen Nuraghen gehören Su Nuraxi (Barumini), Santu Antine (Torralba), Nuraghe Losa (Abbasanta), Palmavera (Alghero), Genna Maria (Villanovaforru), Santa Cristina (Paulilatino).

Um 1000 vor Chr. landeten die Phönizier an der Küste Sardiniens und gründeten wichtige Handelshäfen. Ab dem fünften Jahrhundert, unter karthagischer Herrschaft, entwickelte sich die Stadt Karalis, heute Cagliari, rasch weiter. Das galt auch für die Hafensiedlungen von Nora (Pula), Sulky (Sant’Antioco), Bithia (Chia) e Tharros (Oristano).

 

 

Am Ende des zweiten punischen Krieges wurde Sardinien nach einem langen Kampf von den Römern erobert. Trotz des sardischen Widerstands dauerte die römische Herrschaft auf der Insel 700 Jahre an. Nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches folgten die Besetzungen der Vandalen und der Byzantiner. Die byzantinische Herrschaft brachte keine erheblichen Änderungen des Sozialgefüges mit sich, hatte aber einen großen Einfluss im religiösen Bereich, da die Sarden zum Christentum bekehrt wurden. Ein Beispiel dafür ist die Ardia, ein faszinierendes Pferderennen zu Ehren des Santu Antine (Heiliger Konstantin), das alljährlich am 6. Juli in Sedilo stattfindet.

Im neunten Jahrhundert, nach einer schlechten Zeit unter der vandalischen Herrschaft und der darauffolgenden Abgelegenheit der Regierung von Konstantinopel, erklärte Sardinien seine Unabhängigkeit. Vier „Reiche“ oder „Giudicati“ wurden geschaffen: die „Giudicati“ von Torres, Cagliari, Gallura und Arborea.

Im Kampf gegen die Araber leisteten die zwei Seerepubliken Genua und Pisa den Sarden ihre Hilfe. Infolgedessen beherrschte Pisa den sardischen Handelsverkehr, und die Toskana hatte einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der romanischen Architektur. Zu den schönsten und bedeutendsten Zeugnissen dieser Epoche gehören die “Basilica della Santissima Trinità di Saccargia” in Codrongianos, die „Cattedrale di San Pietro di Sorres” in Borutta und die “Cattedrale di Santa Giusta” in Oristano. Das Stadtviertel Castello in Cagliari, das von Pisanern befestigt wurde, ist sehr interessant, sowie die Stadtmauer und die zwei Türme, Torre di San Pancrazio e Torre dell’Elefante.

Ab dem vierzehnten Jahrhundert, unter der aragonesischen Herrschaft, wurde die Romanik von der Gotik abgelöst. Beweis dafür ist die Wahlfahrtskirche „Santuario di Nostra Signora di Bonaria“ in Cagliari.
Nach Untergang des Spanischen Reiches, das 400 Jahre dauerte, fällt Sardinien 1713 in die Hände der Habsburger und während des Londoner Kongresses 1720 wurde die Insel den Savoyern zugeteilt. Vittorio Amedeo der Zweite wurde offiziell König von Sardinien. Es folgten unruhige Zeiten mit häufigen Spannungen und Aufständen bis Sardinien 1861 Teil des Königreichs Italien wird.

Prenota